Es ist spät. Nun ja, zumindest bin ich so müde, dass es spät sein muss. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste.

Meine kleinen Enkel Mia und Georg quetschen mich seit Stunden aus, dass ist ganz schön anstrengend. Aber ich kann’s ihnen nicht verübeln – in einer Zeit, in der man sich nur noch über Chats und Internet unterhält, haben gute Geschichten einen ganz anderen Wert bekommen.

Was ich in meiner Jugend so alles gemacht hab, wollen sie wissen. Was ich erlebt hab, als ich noch ungebunden, ohne Familie und ohne größere Sorgen im Leben war. Und sie lieben dieses leuchten in meinen alten Augen, wenn ich anfange davon zu erzählen. Sie lieben es, wenn der alte Knacker, der heute keiner Fliege mehr was zu leide tun kann, sich nochmal wie 20 fühlt….

Meine liebsten Geschichten sind Reisegeschichten. Reisen. Die kleinen und großen Ausflüge an fremde Orte, Orte voller Abenteuer, Orte voller neuem, Orte voller Überraschungen…

Das schönste an den Reisen ist die Veränderung, die es mit einem anstellt. Jedesmal, wenn ich meinen Rucksack gepackt und eine neue Stadt, ein neues Bundesland oder ein komplett neues Land erkundet habe, kam ich ein bisschen verändert zurück. Oder sollte ich sagen verbessert?

 

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Bevor Ichs nicht selbst erlebt hatte, wollte ich es nicht glauben, aber in wirklich jeder Stadt sind die Leute ein bisschen anders. Da waren die Münchner, die sehr stolz auf ihren Wohlstand waren. Da waren die Frankfurter, die nach außen sehr verschlossen aber innen mit großen Herzen unterwegs waren. Da waren die Berliner, bei denen du sogar mit einem Geweih auf dem Kopf rumlaufen konntest – es war ihnen einfach egal.

 

In jeder Stadt, egal wie groß oder klein sie war, habe ich viele neue Menschen – und mit ihnen eine ganz individuelle Einstellung zum Leben kennen lernen können. Jeder hatte für sich eine ganz eigene Mentalität und jeder hat auf seine ganz eigene Art und Weise auf mich abgefärbt.

Meine Einstellung zum Leben, meine Sicht auf Minderheiten, meine Werte, mein Horizont, meine Einstellung zu Geld, meine Freude am Leben – das alles wäre heute ganz anders, wenn ich nicht immer wieder mit offenem Horizont auf neue Menschen aus den verschiedensten Orten zugegangen wäre…

Aber genug des Geredes. Lasst mich euch eine kleine Geschichte erzählen.

Meine Geschichte handelt in Köln am Rhein. Eine Stadt, so wunderschön und vielfältig wie sie nur sein kann. Die Kontraste zwischen traditionellem Kölsch und modernen Sushibars bieten sind einfach nur der Wahnsinn. Es war Abends und ich war allein unterwegs, das wollte ich aber möglichst schnell ändern, also hab ich mir einen Pappkarton genommen und habe mir ein Free-Hugs-Schild gemacht, eines der besten Werkzeuge um in kürzester Zeit viele neue, offene und lockere Leute kennen zu lernen, die das Leben genau so entspannt sehen wie man selbst.

Ich bin also losgetigert – und in der U-Bahn gleich auf meine ersten „Opfer“ gestoßen: Eine Muslimische Familie, die Mutter und die Großmutter beide eingepackt bis oben hin und zwei kleine Mädchen zwischen 2 und 4 Jahren, die heiter und ausgelassen auf den Sitzen gespielt haben.Man muss dazu wissen dass ich bis zu diesem Zeitpunkt das ein oder andere Vorurteil gegen Muslime hatte. In den Medien hörte man nur schlechtes, in der Schule waren sie immer irgendwie anders als die anderen und auch sonst kam eigentlich nie viel Gutes über sie an mein Ohr.
Aber das sollte sich an diesem Tag schlagartig ändern.

 

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Die Art und Weise, wie die beiden kleinen da gespielt haben, dieses herzhafte lachen, diese unvoreingenommenen Blicke, dieses ehrliche in ihren Augen. Das geklärte und aufrichtig nette Lächeln ihrer Mutter, als sie mein Pappschild gesehen hat, das gute Gespräch das sich daraus entwickelt hat…. Kleinigkeiten, die die Glaubenssätze eines Menschen verändern können.

 

In diesem Moment ist mir etwas bewusst geworden. Der Gedanke, dass andere irgendwie komisch, anders, weniger wert oder gar gefährlich werden, nur weil Glauben/Optik/Lebenseinstellung anders sind, ist absoluter Bullshit. Aus irgendeinem Grund haben diese paar Minuten mein Denken in diese Richtung komplett umgekrempelt. Klar, ich hab vorher auch viel von Toleranz und so geredet. Aber diese Erkenntnis, die hat noch gefehlt.

Mit diesem guten Gefühl im Magen ging’s dann weiter durch Köln – wo ich nur wenige Minuten später eine Reihe toller Menschen kennen gelernt hab, die mir noch einen tollen und unvergesslichen Abend bereitet haben.

Was ich euch damit sagen will? Das war nur ein Moment von vielen, in dem eine Reise meine Einstellung zum Leben und zu den Menschen verändert hat. Und das alles hätte ich nicht erlebt, wenn ich mich immer für den sicheren und ordentlichen Weg entschieden hätte.
Wie oft höre ich die Leute davon erzählen, wie gern sie mehr Reisen, mehr erleben, mehr sehen würden. Und jedes Mal kommen dieselben teils fadenscheinigen Gründe warum das nicht geht…

Ich hab keine Zeit, kein Geld, das geht nicht alleine, ich weiß gar nicht was ich da machen soll, ich trau mich nicht, was ist mit meinem Freund/Freundin, ich muss arbeiten/lernen etc.

Das Leben ist so schön, es hat so viel zu bieten, du kannst so viel erleben… besonders jetzt, wenn du jung bist hast du so viele Möglichkeiten, kannst so leicht auf Leute zugehen, hast so wenige Verpflichtungen… mit jedem Jahr das vergeht, verändert sich das. Frag die Leute um dich herum, die schon älter sind. Sie werden dir alle sagen dass du viel erleben sollst, so lange du noch jung und ungebunden bist.

Auch wenn es Geld kostet, auch wenn du eigentlich viel zu tun hast, auch wenn du nicht weißt was da auf dich zu kommt – du wirst auf jeder Reise, bei jedem Abenteuer, bei allem was dich aus deinem Alltag entführt Erfahrungen machen, die dir niemand weg nehmen kann.

Man kann dir alles nehmen: Dein Geld, dein Haus, dein Auto – aber niemals deine Erinnerungen. Von Ihnen kannst du dein ganzes Leben lang zehren.

Und das ist jeden Cent und jede Minute die du investierst viele male wert. So vieles ist so flüchtig geworden, alles geht so schnell. Jede schöne Erinnerung ist für sich etwas ganz wertvolles.

Neben Liebe und Freundschaft sind Erinnerungen eine der wenigen Dinge, die es sich zu sammeln lohnt.

Ich kann euch nur ans Herz legen eure Zeit zu nutzen und die Welt zu entdecken. Ich bin mir sicher dass ihr von all den Abenteuern, die allein dein Bundesland zu bieten hast noch nicht mal einen Bruchteil erlebt hast. Lass dich jetzt auf ein Abenteuer ein – und entdecke, was das Leben noch alles zu bieten hat!

Live the Adventure – Lebe das Abenteuer

 

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Mark Oswald Livetheadventure

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