Gestern bin ich in Facebook auf ein Video gestoßen:

Ein junger Mann stellt sich in der Ubahn hin und erklärt den Leuten, dass ihm dieser Zug zu langweilig und unemotional ist. Dann stellt er sich hin und beginnt einfach zu tanzen.

Was dadurch passiert, ist großartig.

 

 

Seht es euch selbst an – dieses Video ist eine großartige Lektion in Sachen Führung und Veränderung:

Aber was passiert dort im Detail? Und was hat das mit Führung, Motivation und Veränderung zu tun?

 

Schritt 1:

Alle Menschen haben sich auf ein bestimmtes Verhaltensmuster und bestimmte Regeln geeinigt. In der Bahn ist man still, redet möglichst wenig, bleibt für sich und stört keinen anderen. Das ist der Stand der Dinge, das ist die Regel.

Lektion:

Es gibt immer einen Status Quo. Diesen kannst du auch auf dein Leben übertragen. Dein Beruf ist dein Status Quo, dein Verhalten, deine Interessen, deine Partnerschaften, die Aktivitäten deines Freundeskreises, ganz egal.

 

Schritt 2:

Ein „Aufrührer“ hinterfragt dieses System, beschließt etwas verändern zu wollen und macht dann das wichtigste:

Den ersten Schritt

Er stellt sich allein vor das komplette Abteil, lenkt die Aufmerksamkeit auf sich und erklärt den Menschen seine neue Sicht der Dinge.

Die Reaktionen der Leute, interpretiert aus der Körpersprache, geht von „Oh Gott bitte nicht irgend ein Spinner“ bis zu „Huch, interessant“.

Lektion:

Wenn du etwas verändern möchtest, musst du den ersten Schritt machen. Du kannst auch darauf warten, dass ein anderer das tut, aber dann ist es nicht garantiert, dass es wirklich passiert.

Den ersten Schritt zu machen ist deswegen anspruchsvoll, weil Menschen in der Regel vorsichtig bis ablehnend auf Veränderung reagieren (Schaut euch das Gesicht des Mannes, der gleich neben dem Redner sitzt, an).

Wenn du etwas verändern willst, ist es wichtig, dass du diesen Sozialen Druck aushältst und deinen Weg gehst.

 

Schritt 3:

Hier wird es besonders Interessant: Der Veränderer fängt alleine das tanzen an. Elementar ist dabei, dass gleichzeitig die Musik startet, welche eine ganz bestimmte Atmosphäre erzeugt.

Lektion:

Das ist einer der kritischsten Punkte im ganzen Prozess. Der Veränderer macht ganz alleine vor, was er anders haben möchte. Stell dir das Gefühl dabei vor, wenn du ganz allein und nüchtern in der Bahn das tanzen anfängst. Sozialer Druck lässt grüßen!

Dadurch, dass einer anfängt, nimmt er den kompletten Veränderungsdruck auf sich. Alle, die später mitmachen wollen, sind nicht mehr so in „Gefahr“, weil es schon jemanden gibt, auf den die Leute ihre Abneigung gegen Veränderung projizieren können.

 

Schritt 4:

Eine erste Person fängt das Mittanzen an.

Schon nach einigen Sekunden wackeln 2 Leute mit ihrem Kopf und Körper und signalisieren damit der kompletten Bahn „Wir sind bereit, einen ersten kleinen Schritt der Veränderung mitzugehen. Ein paar Sekunden später steht die Frau im roten Kleid auf und tanzt mit.

Lektion:

Dieser Augenblick ist der Wendepunkt der ganzen Aktion – jetzt ist der Sprecher kein Aufrührer mehr, sondern ein Motivator. Und dadurch dass jetzt schon eine erste Person steht, ist das neue Verhalten „sozial getestet“ und kann mit viel weniger Gefahr übernommen werden!

Es gibt eine kleine Gruppe von Menschen, die überdurchschnittlich schnell bereit sind, Veränderungen mitzumachen. Diese Menschen zu aktivieren ist äußerst wertvoll, weil sie der erste Schritt zur sozialen Akzeptanz sind.

 

Schritt 5:

Immer mehr Menschen fangen an aktiv zu tanzen.

Lektion:

Jetzt hat der Redner gewonnen. Das neue Verhalten ist sozial akzeptiert, getestet und kann absolut Gefahrlos übernommen werden. Die Menge der Leute, die einen Mitgeher jetzt noch sozial ächten könnten, ist die Minderheit und deswegen kein Problem mehr.

 

Schritt 6:

Die feiernde Masse wandert zum nächsten Zugabteil über. Dort wird sie mit Applaus empfangen.

Lektion:

Das tanzende Abteil bringt dem nächsten Abteil jetzt einen fertigen, neuen Trend mit sich. Der Trend ist getestet und wirkt, als ob sich die Menschen sich damit besser fühlen, also wird er mit offenen Armen begrüßt.

Party Time!!!

 

Was kannst du für dein Leben daraus mitnehmen?

Stell dir vor, du möchtest eine neue Aktivität in deinen Freundeskreis einführen. Oder du möchtest dich selbstständig machen. Oder auf irgend eine andere Art und Weise Menschen bewegen und motivieren.

In diesem Video siehst du alle Schritte, die im kleinen oder im großen Stil gegangen werden, bis eine Veränderung angenommen wird. Vergleich es nur mit einigen Beispielen aus dem Alltag:

Vegetarismus oder Apple. Erst gibt es ein paar Ver-Rückte die neues Verhalten zeigen und predigen. Nach einiger Zeit werden es mehr. Und irgendwann ist es sozial akzeptiert und es ist kein Problem mehr – oder wird sogar zum begehrten Trend.

Prüfe jetzt, wo in deinem Leben du Veränderung bringen möchtest. Dann geh so vor:

1. Überlege dir, wie die Veränderungsphasen bei dir aussehen werden.

2. Wie kannst du offenen Menschen schnell identifizieren und zum mitmachen bewegen? Wie kannst du den sozialen Druck möglichst leicht überstehen?

3. Tu es! Sei auch du der Anführer, der Veränderung bringt!

 

Zum Abschluss noch eine Geschichte aus meinem Leben:

Ein guter Freund von mir ist begeisterter Rollenspieler. Eines seiner liebsten Hobbys ist dabei Pen&Paper-Rollenspiele!

Die meisten Menschen rollen bei so was erst mal die Augen (Oh Gott, Nerds!) aber er ist seinem Hobby immer Treu geblieben.

Er hat dann beschlossen, bei uns in Landsberg eine neue Gruppe zu gründen und hat einfach alle möglichen Freunde gefragt, ob sie mitmachen wollten.

Und dann ist folgendes passiert: Beim ersten Treffen waren 2 Neugierige da. Beim 2. Treffen 3 Leute (unter anderem auch ich, Stichpunkt überproportional offen) und so gings weiter.

Mittlerweile ist der Anfang ein Jahr her. Und weißt du was heute der Fall ist?

Wir haben 6 aktive Pen&Paper Rollenspielgruppen, unzählige Leute, die schon mitgespielt haben, jede Menge Stammspieler, die immer wieder kommen, einen kompletten Freundeskreis, der um Pen&Paper neu entstanden ist und meiner Wahrnehmung zu den größten Cliquen unseres ganzen Landkreises gehört und die Gruppe meines Freundes ist in der Regel so voll, dass er regelmäßig Spielern absagen muss!

DAS ist wahre Führung im Alltag. Du musst kein Steve Jobs sein um etwas zu bewegen.

Setz es jetzt in deinem Alltag um! Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Dein

Mark Oswald

PS:

Es wird immer einige Menschen geben, die sich einer Veränderung verweigern. Im Video bleiben einige Menschen einfach sitzen und starren auf ihr Handy. Es ist richtig und wichtig dass es auch diese gibt, denn wenn alle mitgehen, wer hinterfragt das neue Verhalten dann noch? (NS-Zeit etc.)

Kontakt

Über Mich

Mark Oswald Livetheadventure

Bekannt aus:

QualitätsSiegel von NLP off Limits   Radio Lechtal